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Konfuzianismus = [JUKIAO] "Die Lehre der Literaten"
Konfuzius lehrte als Pädagoge die Künste, rechtes Verhalten, Loyalität und die Verlässlichkeit. Er war von dem Wunsch beseelt, die Menschen in ihrer inneren Entwicklung zu führen, um auf diese Weise die Ordnung im Staat (wieder-) herzustellen. Vorurteile, Egoismus, Dogmatismus und Starrsinn duldete er nicht. Einer seiner Grundsätze war, nicht etwas von anderen zu verlangen, was er selbst einzunehmen oder auszuführen nicht in der Lage war. Er war ein Moralist, der sich selbst an seine Prinzipien hielt. Besonders am Herzen lag Konfuzius soziale Gerechtigkeit. Er plädierte nachdrücklich dafür, Menschen in Not zu helfen. Respekt und Ehrerbietung Älteren gegenüber bestimmten seine Verhaltensnormen. Die Beschreibungen von Konfuzius zeigen, dass er selbst in den Augen seiner Nachfolger das Ideal des edlen Menschen vollkommen verkörperte. Zentrales Konzept der Lehre von Konfuzius waren die 5 Tugenden:
Den Namen und Bezeichnungen bemass Konfuzius grosse Bedeutung zu. Gültige und allgemein anerkannte Normen in der Gesellschaft sollten den Menschen ein Gerüst für ihr Verhalten geben und so zum geordneten und harmonischen Zusammenleben beitragen.
Ein edler Herrscher sollte mittels seiner vorbildhaften Tugenden an der Spitze des Staates das Volk führen und einen Zustand von Harmonieund Frieden erreichen. Nach Ansicht von Konzuzius spiegelte das Individuum die Gruppe, zu der es gehört. Um positive Veränderung in der Gesellschaft hervorzubringen, ist die Bemühung jedes Einzelnen gefordert, vor allem die des Herrschers. Konfuzius postulierte, dass sich die Ordnung nicht durch Strafen und Vorschriften schaffen liesse, denn die Menschen würden nur versuchen, diese zu umgehen. Er plädierte dafür, durch Tugenden zu lenken. So war es für einen Herrscher unerlässlich, stets auf seine eigene Vervollkommnung zu achten, da er Vorbild für das Volk war. Ebenso sind Eltern für ihre Kinder Vorbilder und Kinder übernehmen intuitiv die Einstellungen und Handlungen der Eltern. Die ideale Beziehung zwischen Herrscher und Volk bzw. Übergeordneten und Untergeordneten war in den Augen Konfuzius' von Vertrauen und Vertrauenswürdigkeit geprägt. Auch der verstorbene Grossmeister Yip Man war (unter anderem) Konfuzianist. Unsere Schulordnung, die den Umgang zwischen Schüler und Lehrer bzw. Schüler und Mitschüler und die Regeln und Riten des WingTsun-Unterrichts regelt, ist stark an der konfuzianistischen pädagogischen Lehre orientiert.
Somit bestimmt der Konfuzianismus die Verhaltensregeln, den Umgang untereinander, das allgemeine gegenseitige Respektieren und die Struktur des Unterrichts. Besonderen Wert wird dem verantwortungsvollen Umgang mit den Schülern und der respektvolle Umgang mit den älteren Schülern und Lehrern bemessen. Das korrekte Benutzen der Anreden (Si-Hing, Si-Je, Si-Fu,...), die korrekte Form (Verhalten, Disziplin, Unterrichtskleidung,...), die einen geregelten und harmonischen Unterricht fördern, findet somit im Konfuzianismus ihre Begründung. Kurz und knapp formuliert bestimmt der Konfuzianismus den Verhaltenskodex im WingTsun-Unterricht. |