WingTsun-Zentrum Koblenz


Kampfkunst-Schule & Ausbildungszentrum Sifu Jan-Holger Nahler


Wir sind offizielle Vertragsschule der EWTO Europäische WingTsun-Organisation) unter der Leitung von Sifu Keith Kernspecht.

Konfuzianismus = [JUKIAO] "Die Lehre der Literaten"

Der Konfuzianismus beruht auf der Lehre des Konfuzius (latinisiert aus Kong Fuzi = Meister Kung), der 551 v. Chr. in China in der heutigen Provinz Shandung geboren wurde.

Konfuzius, der unter ärmlichen Bedingungen bei seiner Mutter grossgezogen wurde, erhielt eine fundierte Ausbildung.
Er besuchte drei Jahre lang die Schule und wurde danach hauptsächlich von seiner Mutter und dem Grossvater mütterlicherseits (Gelehrtenfamilie) unterrichtet. Er lebte 6 Jahre bei seinem Grossvater, der ihn die 6 Künste (Rechnen, Schreiben, Bogenschiessen, Wagenlenken, Musik und Riten) lehrte.

Zunächst bestritt er ca. 30 Jahre lang niedere Beamtenposten und wurde später Verwaltungschef der Stadt Zhongdu, wurde Bauminister und Justizminister.

Dann reiste ca. 13 Jahre als Wanderphilosoph durch verschiedene Fürstentümer, in denen er aufgrund seiner Weisheit geschätzt und sein Leben finanziert wurde.

Konfuzius

Konfuzius lehrte als Pädagoge die Künste, rechtes Verhalten, Loyalität und die Verlässlichkeit. Er war von dem Wunsch beseelt, die Menschen in ihrer inneren Entwicklung zu führen, um auf diese Weise die Ordnung im Staat (wieder-) herzustellen. Vorurteile, Egoismus, Dogmatismus und Starrsinn duldete er nicht. Einer seiner Grundsätze war, nicht etwas von anderen zu verlangen, was er selbst einzunehmen oder auszuführen nicht in der Lage war. Er war ein Moralist, der sich selbst an seine Prinzipien hielt.

Besonders am Herzen lag Konfuzius soziale Gerechtigkeit. Er plädierte nachdrücklich dafür, Menschen in Not zu helfen. Respekt und Ehrerbietung Älteren gegenüber bestimmten seine Verhaltensnormen. Die Beschreibungen von Konfuzius zeigen, dass er selbst in den Augen seiner Nachfolger das Ideal des edlen Menschen vollkommen verkörperte.

Zentrales Konzept der Lehre von Konfuzius waren die 5 Tugenden:

  • Mitmenschlichkeit
  • Sittlichkeit
  • Rechtschaffenheit
  • Weisheit
  • Vertrauenswürdigkeit.
Darüberhinaus zeichneten die Loyalität und die Pietät den "edlen" Menschen aus. Unter Pietät ist die Beziehung der Kinder zu ihren Eltern, die Liebe der Eltern gegenüber ihren Kindern und die gegenseiteige Achtung und Ehrerbietung zu verstehen.

Den Namen und Bezeichnungen bemass Konfuzius grosse Bedeutung zu. Gültige und allgemein anerkannte Normen in der Gesellschaft sollten den Menschen ein Gerüst für ihr Verhalten geben und so zum geordneten und harmonischen Zusammenleben beitragen.

Konfuzius bezeichnete einen Menschen als "Edlen", wenn dieser alle Tugenden zur Vollkommenheit gebracht hatte.

Seiner Ansicht nach konnte prinzipiell jeder Mensch ein Edler werden, sofern er die erforderlichen Eigenschaften und Fähigkeiten des hingebungsvollen Lernens, der präzisen Selbsteinschätzung, Charakterbildung, Selbstvervollkommnung, sowie die Beachtung und Einhaltung der Regeln und Riten erfüllte.

Somit zeichnete sich der Edle aus durch sein Mitgefühl mit anderen, Gerechtigkeit, Weitherzigkeit, moralische Integrität, Unbestechlichkeit, Unparteilichkeit, seiner Würde, Bescheidenheit und seinem Dienst an der Menschheit. Ehre gewinnt der Edle aufgrund seines Verhaltens und seiner Weisheit, nicht, weil er darum buhlt.

Goldene Regel

Ein edler Herrscher sollte mittels seiner vorbildhaften Tugenden an der Spitze des Staates das Volk führen und einen Zustand von Harmonieund Frieden erreichen.

Nach Ansicht von Konzuzius spiegelte das Individuum die Gruppe, zu der es gehört.
Umgekehrt spiegelt die Gemeinschaft die Schwächen und Stärken seiner einzlenen Mitglieder wider.

Um positive Veränderung in der Gesellschaft hervorzubringen, ist die Bemühung jedes Einzelnen gefordert, vor allem die des Herrschers.

Konfuzius postulierte, dass sich die Ordnung nicht durch Strafen und Vorschriften schaffen liesse, denn die Menschen würden nur versuchen, diese zu umgehen.

Er plädierte dafür, durch Tugenden zu lenken. So war es für einen Herrscher unerlässlich, stets auf seine eigene Vervollkommnung zu achten, da er Vorbild für das Volk war. Ebenso sind Eltern für ihre Kinder Vorbilder und Kinder übernehmen intuitiv die Einstellungen und Handlungen der Eltern.

Die ideale Beziehung zwischen Herrscher und Volk bzw. Übergeordneten und Untergeordneten war in den Augen Konfuzius' von Vertrauen und Vertrauenswürdigkeit geprägt.

Auch der verstorbene Grossmeister Yip Man war (unter anderem) Konfuzianist.

Unsere Schulordnung, die den Umgang zwischen Schüler und Lehrer bzw. Schüler und Mitschüler und die Regeln und Riten des WingTsun-Unterrichts regelt, ist stark an der konfuzianistischen pädagogischen Lehre orientiert.

Li Gi - das Buch der Riten, Sitten und Bräuche Im Buch "Li Gi" (das Buch der Riten, Sitten und Bräuche - eines der grossen klassischen chinesischen Schriften) beschreibt im 1.Kapitel (TSUNG YUNG - Mass und Mitte) den (idealen) Weg und das Wesen des Edlen und im 7.Kapitel (HÜO GI - Aufzeichnungen über Schulwesen und Pädagogik) die Ordnung des Unterrichts, wie sie in bedeutenden Teilen in der EWTO-Schulordnung wiederzuerkennen ist.

Somit bestimmt der Konfuzianismus die Verhaltensregeln, den Umgang untereinander, das allgemeine gegenseitige Respektieren und die Struktur des Unterrichts. Besonderen Wert wird dem verantwortungsvollen Umgang mit den Schülern und der respektvolle Umgang mit den älteren Schülern und Lehrern bemessen. Das korrekte Benutzen der Anreden (Si-Hing, Si-Je, Si-Fu,...), die korrekte Form (Verhalten, Disziplin, Unterrichtskleidung,...), die einen geregelten und harmonischen Unterricht fördern, findet somit im Konfuzianismus ihre Begründung.

Kurz und knapp formuliert bestimmt der Konfuzianismus den Verhaltenskodex im WingTsun-Unterricht.

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